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Aktuelles der Stadt

Bericht des Oberbürgermeisters zur heutigen Stadtratssitzung

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,
sehr geehrte Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister sowie Mitglieder von Ortschaftsräten und sachkundige Einwohner, liebe Bürgerinnen und Bürger,
sehr geehrte Gäste.

Zu Beginn meines heutigen Berichts möchte ich auf das vergangene Haushaltsjahr  und den Stand der Liquidität blicken. Durch die Kommunalaufsichtsbehörde wurde uns für das Jahr 2021 die Inanspruchnahme des Liquiditätskredites bis zu einer Höhe von 19,5 Mio. € genehmigt. Zum 31. Dezember 2021 haben wir das Jahr mit einer Inanspruchnahme in Höhe von 14.911.275,02 € abgeschlossen. Am 19. August erfolgte die niedrigste Inanspruchnahme des Liquiditätskredites mit rund 9,3 Mio. € und am 4. Januar 2021 die höchste Inan-spruchnahme mit rund 18,6 Mio. €.

Im Haushaltsjahr 2021 kam es sowohl zu Mindereinzahlungen, als auch zu Mehreinzahlungen. Gleiches gilt für die Auszahlungen. An dieser Stelle möchte ich lediglich die Zuweisungen aus dem Ausgleichsstock von 2.631.681 € erwähnen, welche einen großen Teil zur geringeren Inanspruchnahme des Liquiditätskredites beigetragen haben.

Im laufenden Jahr können wir nach genehmigter Haushaltssatzung wieder über einen Liquiditätskredit von 19,5 Mio. € verfügen. Bei der aktuellen Liquiditätsplanung wurden Faktoren berücksichtigt, welche zum jetzigen Zeitpunkt bereits bekannt sind. Das sind u. a.:

Zahlungseingänge noch ausstehender Fördermittel,
Mindereinzahlungen in den Schlüsselzuweisungen - dafür jedoch Mehreinzahlungen in den Gemeindeanteilen an der Einkommens- und Umsatzsteuer und in der Auftrags-kostenerstattung,
sowie die Erhöhung des Ansatzes zur Zahlung der Kreisumlage.
Unter Berücksichtigung dieser Faktoren werden wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt zum Jahresende einen voraussichtlichen Stand der Inanspruchnahme des Liquiditätskredites von rund 15,5 Mio. € erreichen. Dieses Ergebnis ist auf die geringere Inanspruchnahme zum             31. Dezember 2021 zurückzuführen.

Weiterhin kann ich berichten, dass die erste Rate der Kreisumlage, in Höhe von 962.820 €, termingerecht an den Landkreis Mansfeld-Südharz überwiesen wurde,  um dessen Liquidität nicht zu gefährden. Am 26. Januar 2022 erhielt ich auch den vorläufigen Kreisumlagebescheid für dieses Jahr. Demnach beläuft sich Umlage auf insgesamt rund 11,9 Mio. €.

 Stand 1. Februar 2022 beträgt die Inanspruchnahme des Liquiditätskredites  15.514.315,72 €.

Anknüpfend an meine Ausführungen zum Haushalt, ein paar kurze Worte zur Kommunalpauschale für die Stadt Sangerhausen: Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat am 14. Dezember 2021 das Gesetz über das Sondervermögen „Corona“ beschlossen.

In dem vom Landtag festgestellten Maßnahmenkatalog ist u. a. eine Erhöhung der Kommunalpauschale enthalten. Diese Mittel werden zusätzlich zur Investitionspauschale nach dem Finanzausgleichsgesetz gezahlt, um den pandemiebedingten Baukostensteigerungen begegnen zu können. Die Einmalauszahlung erfolgte zum 31. Januar 2022 in Höhe von    357.775 €.

Im Folgenden einige Informationen zur Situation und den Entwicklungen im Stadtwald: In den letzten Jahren hat sich hier viel getan. Die, im Auftrag der Stadt, vom Landeszentrum Wald bewirtschafteten rund 470 ha Stadtwald sind trotz zahlreicher Schäden noch vergleichsweise glimpflich durch die letzten großen Sturmereignisse und die nachfolgende Dürre, mitsamt Schädlingsbefall, gekommen. Dennoch wurde seit 2011 mehr als die doppelte Menge an Holzeinschlag durchgeführt, als ursprünglich für diese Zeiteinheit vorgesehen war.

Auch der Stadtwald ist direkt vom Waldumbau betroffen. In den letzten 3 Jahren wurden insgesamt rund 25 ha aufgeforstet. Diese Flächen gilt es jetzt zu pflegen, damit der Stadtwald auch weiterhin als Wirtschaftswald für zukünftige Generationen nutzbar sein wird. Hier sind Kosten, Nutzen, aber auch Nachhaltigkeit gegeneinander abzuwägen. Die Kosten für die Aufforstung für einen Hektar Laubholz betragen rund 14.000 €, für Nadelholz in etwa die Hälfte. Gepflanzt werden zumeist Lärche, Douglasie, Eiche, Kirsche, Ahorn und Schwarzkiefer.

Zudem ist eine Laubholzanpflanzung im Anwuchsstadium wesentlich pflegeintensiver, da schmackhafter für die Wildtiere. Hier hilft dann zumeist nur die Einzäunung oder ein entsprechend starker Jagddruck.

Im letzten Jahr erhielt die Stadt 47.000 € Bundeswaldprämie für die Bewirtschaftung des Stadtwaldes. Diese kam u. a. für Wegebaumaßnahmen in den Gemarkungen Wettelrode und Großleinungen zum Einsatz. In diesem Jahr sollen die Aufforstungsarbeiten in der Gemarkung Großleinungen an der Leinetalstraße und am Buchbergweg fortgesetzt werden. In Wippra ist noch ein kleinerer Rest Schadholz aufzuarbeiten und in Wettelrode hat eine Gruppe Buchen die Trockenheit der letzten Jahre nicht überstanden. Es bleibt abschließend anzumerken, dass der Holzeinschlag und die Erlöse sich nunmehr rückläufig entwickeln und deutlich hinter den Ausgaben zurückbleiben.

Im Zusammenhang mit dem kürzlich erfolgten Jahreswechsel möchte ich Ihnen an dieser Stelle ein paar aktuelle Einwohnerzahlen und Daten aus dem Standesamt mitteilen.

Wie in den Vorjahren auch, ist im Verlauf des Jahres 2021 ein Rückgang der Einwohnerzahlen zu verzeichnen - sowohl in der Kernstadt, als auch in fast allen Ortsteilen. Zum Stichtag             31. Dezember 2021 belief sich dieser auf 304 Personen, davon 206 in der Kernstadt. Mit 26.012 Einwohnern zum Stichtag verzeichnen wir im Vergleich zum Jahr 2010 einen Rückgang von fast 5.000 Einwohnern.

In der Alterspyramide unserer Stadt lässt sich weiterhin ein deutlich größerer Anteil älterer Menschen erkennen. Die höchsten Einwohnerzahlen gibt es in den Geburtenjahrgängen zwischen 1965 und 1939.

Jedoch konnten wir uns im zurückliegenden Jahr über 157 neu geborene Bewohner in unserer Stadt freuen, bei insgesamt 587 Geburten, die in unserem Standesamt beurkundet wurden.

Im Vergleich der vergangenen Jahre verzeichnen wir jedoch weiterhin einen Trend des Geburtenrückganges, der sich insbesondere in der Kernstadt bemerkbar macht.

Im vergangenen Jahr mussten wir insgesamt 496 Sterbefälle verzeichnen. Davon 379 in der Kernstadt und 117 in unseren Ortsteilen. Verglichen mit den 157 Geburten ist hier eine deutliche Differenz zu erkennen.

Abschließend noch eine sicherlich erfreuliche Zahl: Insgesamt durfte unser Standesamt im Jahr 2021 immerhin 66 Eheschließungen beurkunden.

Zum Ende meines Berichtes möchte ich noch einen kurzen Einblick in die Ergebnisse der Besucherbefragung des Europa-Rosariums geben: Im Sommer vergangenen Jahres, mitten in der Hauptsaison, wurden insgesamt 709 Besucherinnen und Besucher stichprobenartig zu zentralen Eindrücken und zur Zufriedenheit mit dem Besuch in der Parkanlage befragt.

Einige der aussagekräftigsten Erkenntnisse daraus:

  • Rund zwei Drittel der Gäste waren 50 Jahre oder älter.
  • Bei ca. 55 % der Besucherinnen und Besucher war es nicht der erste, sondern ein wiederholter Besuch. Fast ein Drittel der Befragten war bereits zum 4. Mal oder häufiger zu Besuch im Rosarium.
  • Knapp 98 % waren zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Besuch im Rosarium und sogar 99 % würden es weiterempfehlen.
  • Ähnliche Zufriedenheitswerte von rund 90 % oder höher sind zu verzeichnen in Hinblick auf Qualität der Speisen und Getränke, Sauberkeit, sowie die Freundlichkeit der Mitarbeitenden in der Gastronomie.

Diese, aber auch andere zu Tage geförderten Ergebnisse geben wichtige Anstöße für die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen im Europa-Rosarium und in der Rosenstadt Sangerhausen GmbH. Sie zeigen jedoch auch einmal mehr, dass wir uns mit unserem Rosarium keineswegs verstecken müssen, sondern über ein attraktives und qualitativ hochwertiges touristisches Angebot in unserer Stadt verfügen.

 

 

 

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Sven Strauß

Oberbürgermeister