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Aktuelles

Fragen und Antworten zur Industriegroßfläche Sangerhausen

Was bedeutet die geplante Industriegroßfläche für Sangerhausen? Auf dieser Seite informieren wir über den aktuellen Planungsstand, beantworten häufig gestellte Fragen und zeigen, welche Chancen eine industrielle Großansiedlung für die Stadt und die Region eröffnen kann.

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KI Generierte Modellfabrik, Beispielbild

 

 

Wo liegt das neue Industriegebiet „Industriegroßfläche Sangerhausen“?

Die rund 145 Hektar große Fläche liegt westlich von Sangerhausen.

Sie befindet sich:

  • westlich des Martinsriether Weges (L 221),
  • südlich der Kyselhäuser Straße (L 151),
  • nördlich der Autobahn BAB 38 und
  • westlich des Gewerbe- und Sondergebietes „Helme-Park“.

Mit dem Bebauungsplan Nr. 48 sollen die rechtlichen Voraussetzungen für die industrielle Nutzung der Fläche geschaffen werden.

Warum wird ein neues Industriegebiet in Sangerhausen geplant?

Sangerhausen verfügt bereits über Flächen für kleine und mittlere Unternehmen. Was bisher fehlt, ist eine große, zusammenhängende Fläche für umfangreiche Industrieansiedlungen.

Ohne eine solche Fläche kann sich Sangerhausen um größere Investitionen kaum bewerben. Die Stadt würde bei vielen Standortentscheidungen von Anfang an nicht berücksichtigt.

Die neue Industriegroßfläche soll deshalb die Voraussetzungen schaffen für:

  • neue Arbeitsplätze,
  • zusätzliche Investitionen,
  • mehr Wertschöpfung in der Region und
  • langfristig höhere kommunale Einnahmen.

Wer wirtschaftliche Entwicklung will, muss auch den notwendigen Platz dafür schaffen. Das Wirtschaftswachstum im Landkreis Mansfeld-Südharz liegt unter dem sachsen-anhaltischen Durchschnitt von – 2,2 % (Veränderung Bruttoinlandsprodukt 2025, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt).

Für welche Unternehmen ist die Fläche gedacht?

Die Fläche richtet sich vor allem an größere nationale und internationale Industrieunternehmen, die neue Produktionskapazitäten in Deutschland oder Europa aufbauen möchten.

Solche Unternehmen benötigen:

  • große, zusammenhängende Grundstücke,
  • eine gute Verkehrsanbindung,
  • leistungsfähige Energie- und Versorgungsanschlüsse sowie
  • langfristige Planungssicherheit.

Mit einer Großansiedlung sind oft Investitionen im hohen zwei- oder dreistelligen Millionenbereich verbunden. Deshalb sollte die Fläche nicht vorschnell in viele kleine Grundstücke aufgeteilt werden.

Kleine und mittlere Unternehmen bleiben für Sangerhausen wichtig. Diese Fläche soll jedoch eine Lücke schließen: das fehlende Angebot für industrielle Großprojekte.

Gibt es Interesse aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie?

Wie bereits bekannt, prüfen auch Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) derzeit neue Produktionsstandorte in Deutschland. In diesem Zusammenhang rückt auch der neue Industriestandort in Sangerhausen in den Fokus.

Hintergründe hierfür sind insbesondere:

  • die veränderte Sicherheitslage in Europa,
  • der Modernisierungsbedarf und der erforderliche Fähigkeitsaufbau der Bundeswehr sowie
  • die Verpflichtungen Deutschlands gegenüber seinen Bündnispartnern.

Mehrere Regionen in Deutschland bemühen sich um die aktuell in den Medien thematisierte Investition. Auch die Stadt Sangerhausen nutzt die sich daraus ergebende Chance und beteiligt sich an den laufenden Gesprächen.

Der potenzielle Investor führt derzeit noch Verhandlungen über die notwendigen Rahmenbedingungen des Vorhabens. Er hat angekündigt, die Öffentlichkeit umfassend und transparent zu informieren, sobald die offenen Fragen geklärt sind. Die Stadt Sangerhausen respektiert dieses Vorgehen und wird den laufenden Gesprächen nicht vorgreifen.

Können sich auch Unternehmen aus anderen Branchen ansiedeln?

Ja. Die Fläche ist grundsätzlich auch für Unternehmen aus anderen Industriebranchen offen.

Allerdings ist der Wettbewerb um industrielle Großinvestitionen derzeit sehr hoch. Branchen wie die Chemieindustrie, der Maschinenbau und die Automobilwirtschaft stehen unter starkem Kosten- und Wettbewerbsdruck. An vielen Standorten werden eher Arbeitsplätze abgebaut als neue geschaffen sowie Standorte geschlossen.

Deshalb sollte Sangerhausen jede Anfrage sorgfältig prüfen. Auf einen für alle theoretisch perfekten Investor zu warten, wäre keine belastbare Wirtschaftsstrategie.

Welche Vorteile kann eine Großinvestition aus der SVI-Branche bringen?

Große Industriebetriebe sind für die Region besonders wichtig. Sie schaffen gut bezahlte Arbeitsplätze und eine hohe Wertschöpfung vor Ort. In einer vorliegenden Anfrage sind es mehrere hundert tarifgebundene Arbeitsplätze.

Neue und qualifizierte Arbeitsplätze:
Ein größerer Produktionsstandort schafft direkte Arbeitsplätze in Fertigung, Technik, Logistik, Verwaltung, Instandhaltung und Qualitätssicherung. Hinzu kommen indirekte Arbeitsplätze bei Zulieferern und Dienstleistern. Gerade für junge Menschen und gut ausgebildete Fachkräfte kann dies neue Perspektiven in der Region eröffnen. Wer heute wegen fehlender beruflicher Möglichkeiten fortzieht, soll künftig einen Grund haben, hierzubleiben oder zurückzukehren.

Mehr Kaufkraft in der Region:
Gute und verlässliche Arbeitsplätze stärken die Kaufkraft. Davon profitieren unter anderem Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk, Wohnungswirtschaft und weitere lokale Dienstleistungen. Arbeitsplätze sind dabei mehr als eine Statistik. Sie sichern die Zukunft von Familien, Freunden und Nachbarn – und damit die Zukunft der Stadt selbst.
Zur Info: Arbeitslosenquote liegt bei ca. 10 % (Arbeitslosenquote Geschäftsstelle Sangerhausen 2025: 9,6 %)

Zusätzliche kommunale Einnahmen:
Eine erfolgreiche Ansiedlung kann mittel- und langfristig zusätzliche Einnahmen erzeugen. Dazu gehören insbesondere Gewerbesteuerzahlungen bei entsprechenden steuerpflichtigen Gewinnen sowie der kommunale Anteil an der Einkommensteuer. Die genaue Höhe kann nicht im Voraus zugesichert werden. Zusätzliche Einnahmen könnten jedoch den finanziellen Handlungsspielraum der Stadt erweitern – beispielsweise für Infrastruktur, Bildung, Kultur, Sport und soziale Angebote.

Aufträge für Unternehmen aus der Region:
Bereits während einer mehrjährigen Bauphase (in der Regel bei Großinvestitionen 3 Jahre) können regionale Bauunternehmen, Handwerksbetriebe, Metallbauer, Logistikunternehmen, Hotels und gastronomische Betriebe profitieren. Voraussetzung ist, dass regionale Unternehmen wettbewerbsfähige Angebote abgeben und bei der Auftragsvergabe berücksichtigt werden können. Auch im späteren Betrieb werden Leistungen benötigt: Reinigung, Grünpflege, Wartung, Reparaturen, Sicherheit, Logistik, technische Dienstleistungen und viele weitere Angebote. Nicht jeder Auftrag bleibt automatisch in der Region. Aber ohne eine Investition entsteht auch keine Chance auf diese Aufträge.

Gefährdet die Großansiedlung die bestehenden Unternehmen?

Eine Großansiedlung kann den Wettbewerb um Fachkräfte verstärken. Beschäftigte entscheiden selbst, welcher Arbeitgeber ihnen die besten Bedingungen bietet. Dabei spielen nicht nur die Bezahlung, sondern auch Arbeitsklima, Arbeitszeit, Fahrtweg und berufliche Entwicklung eine Rolle.

Gleichzeitig entstehen für bestehende Unternehmen neue Chancen:

  • zusätzliche Aufträge,
  • neue Geschäftskontakte,
  • Kooperationen mit dem Investor,
  • gemeinsame Ausbildungsangebote und
  • eine höhere Kaufkraft in der Region.

Die Stadt und die Wirtschaftsförderung begleiten diesen Prozess aktiv. Ziel ist, regionale Unternehmen frühzeitig mit einem möglichen Investor zusammenzubringen.

Die Antwort auf wirtschaftliche Konkurrenz kann nicht Stillstand oder Ablehnung sein. Die Antwort muss sein, möglichst gemeinsam von einem lokalen Aufschwung zu profitieren.

Geht bei einer Großansiedlung eines Unternehmens aus der SVI-Branche eine Gefahr vom Standort aus?

Jede industrielle Produktion kann Risiken mit sich bringen. Entscheidend ist, welche Stoffe, Mengen und Verfahren tatsächlich zum Einsatz kommen. Deshalb darf ein Betrieb erst aufgenommen werden, wenn alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen und die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen erfüllt sind.

Im Genehmigungsverfahren werden unter anderem geprüft:

  • Art und Menge der eingesetzten Stoffe,
  • Produktions- und Lagerverfahren,
  • Brand- und Explosionsschutz,
  • Immissions- und Umweltschutz,
  • Sicherheits- und Notfallkonzepte,
  • erforderliche Abstände zu schutzbedürftigen Nutzungen sowie
  • mögliche Auswirkungen auf Beschäftigte und Bevölkerung.

Die zuständigen Fachbehörden und Träger öffentlicher Belange werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben beteiligt. Auch nach der Inbetriebnahme unterliegen genehmigungspflichtige Anlagen regelmäßigen Kontrollen.

Eine Ansiedlung darf daher weder verharmlost noch pauschal dramatisiert werden. Maßgeblich sind das konkrete Vorhaben, die gesetzlichen Anforderungen und die Prüfung durch die zuständigen Behörden.

Wird Sangerhausen bei einer SVI-Ansiedlung zu einem möglichen Angriffsziel?

Derzeit erleben auch wir eine angespannte Sicherheitslage in Europa und Deutschland. Eine vollständige Sicherheitsgarantie kann niemand geben. Das gilt allerdings nicht nur für Unternehmen der Verteidigungsindustrie.

Deutschland erlebt bereits heute:

  • Cyberangriffe,
  • Sabotageversuche,
  • Desinformationskampagnen und
  • Angriffe auf Energie-, Verkehrs- und Kommunikationssysteme.

Bedeutende Industrieanlagen benötigen deshalb passende Schutzkonzepte. Dazu können Werkschutz, Zugangskontrollen, Cybersecurity und Notfallpläne gehören.

Eine schwierige Sicherheitslage kann jedoch nicht bedeuten, dass Deutschland auf sicherheitsrelevante Produktion verzichtet.

Werden aus dem Industriegebiet Sangerhausen in Zukunft Waffen in den Nahen Osten exportiert?

Nach den vorliegenden Informationen geht es bei der bekannten Anfrage nicht um die Herstellung vollständiger Waffensysteme (keine Drohnen, keine Granaten) für den Export in den Nahen Osten. Im Mittelpunkt stehen Produktionskapazitäten für Komponenten, die an ein anderes deutsches Unternehmen geliefert werden und somit den Bedarf der Bundeswehr beziehungsweise europäischen Bedarf der Bündnispartner decken sollen.

Unabhängig davon gilt: Über mögliche Rüstungsexporte entscheidet nicht die Stadt Sangerhausen. Ausfuhren sicherheits- und verteidigungsrelevanter Güter unterliegen dem deutschen und europäischen Exportkontrollrecht und dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Je nach Produkt und Zielland sind Genehmigungen der zuständigen Bundesbehörden beziehungsweise Entscheidungen der Bundesregierung erforderlich.

Was passiert, wenn Sangerhausen Investitionen auch aus dem SVI-Bereich grundsätzlich ablehnt?

Dann werden die Unternehmen andere Standorte prüfen. Viele Bundesländer und Kommunen werben aktiv um industrielle Großinvestitionen, auch um diese.

Die Folgen wären:

  • Die Arbeitsplätze (mehrere hundert) entstehen anderswo.
  • Die Aufträge gehen an Unternehmen in anderen Regionen.
  • Andere Kommunen erhalten mögliche Steuereinnahmen.
  • Sangerhausen als ein ostdeutscher Standort bleibt bei der wirtschaftlichen Entwicklung außen vor.

Ob zeitnah eine vergleichbare Ansiedlung aus einer anderen Branche gefunden werden könnte, ist offen. Angesichts des starken Standortwettbewerbs wäre es riskant, sich darauf zu verlassen.

Eine grundsätzliche Ablehnung sendet außerdem ein Signal an andere Investoren. Unternehmen beobachten genau, ob industrielle Vorhaben vor Ort sachlich geprüft werden oder bereits im Ansatz unerwünscht sind.

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