Sonderausstellung im Spengler-Museum Sangerhausen
"Erst 825 Jahre Bergbau im Landkreis Mansfeld-Südharz?
- Eine archäologische Spurensuche"
Kam Nappian aus dem Kaukasus?
Erlebniswelt Museen lädt zu einer Reise durch über 6.000 Jahre Bergbaugeschichte ein.
Sie gelten als die Begründer des Mansfelder Kupferschieferbergbaus: die legendären Figuren Nappian und Neucke. Der Chronist Cyriacus Spangenberg berichtete im 16. Jahrhundert erstmals von den beiden Bergmännern, die im Jahr 1199 bei Hettstedt auf Kupfervorkommen gestoßen sein sollen.
Für die ab dem 18. Januar bis zum 3. Mai 2026 im Spengler-Museum gezeigten Wanderausstellung kommen die originalen mittelalterlichen Sandsteinplastiken von Nappian und Neucke aus Eisleben nach Sangerhausen.
Mike Leske, Projektleiter der Ausstellung erklärt: "Die Namen der Figuren regen interessante Überlegungen zur Herkunft an. Während Neucke wohl auf einen regionalen Ursprung zurückzuführen ist, erinnert Nappian mit seiner Endung an armenische Namen, bei denen das Patronym aus dem Vatersnamen mit "-ian" oder "-yan" gebildet wird ("Kind von"). Der Kaukasus gilt als eines der bedeutendsten "Erzgebirge" der antiken Welt. Es stellt sich die Frage, ob eventuell Spezialisten aus dem eurasischen Gebiet an der Erschließung und Förderung der Erzvorkommen im Harz beteiligt waren."
Anhand weiterer Leihgaben aus dem Depot des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, der Sammlungen in Eisleben und Objekten aus dem Spengler-Museum selbst präsentiert der regionale Museumsverbund verschiedene Arten prähistorischer Bergbautätigkeiten in der Region. "Wir zeigen, wie die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen wie Silex, Salz, Kupfer und Eisen die Entwicklung der Gesellschaften geprägt haben. Dabei werden Innovationen und soziale Eliten durch den Bergbau sichtbar", erklärt Dr. Anne-Kathrin Kokles. Die junge Archäologin hat die Ausstellung kuratiert und ist begeistert: "Die Ausstellung belegt anschaulich, dass die Feierlichkeiten zum 825-jährigen Bergbaujubiläum in Mansfeld-Südharz nur einen kleinen Teil der über 6.000 Jahre langen Bergbaugeschichte in der Region abbilden.
Die Mittel für das Projekt stammen aus dem Ideenwettbewerb REVIER!PIONIER des Landes Sachsen-Anhalt. Die Erlebniswelt Museen konnte die Projektidee erfolgreich durchsetzen und erhielt dafür 20.000 Euro.
Vortragsabend zur Bergbauausstellung
Referent: Dr. Torsten Schunke (Archäologe, Mitarbeiter im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle)
Thema: Weißes Gold – 5000 Jahre Salzproduktion in Mitteldeutschland, Neue Forschungen zur prähistorischen Siedetechnik und Logistik
Termin: Donnerstag, den 22. Januar 2026, um 18 Uhr im Vortragsraum des Spengler-Museums
Vor und nach dem Vortrag ist Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung.
Die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Anne Kathrin Kokles, ist anwesend.
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