Bericht des Oberbürgermeisters zur 18. Stadtratssitzung am 02.07.2026
- Es gilt das gesprochene Wort! -
Bevor ich heute die aktuellen Themen aufgreife, möchte ich ihre Aufmerksamkeit nochmals zu kürzlich stattgefundenen Themen lenken.
Vor gut einem halben Jahr hat die Teilhabemanagerin Sabine Ulrich ihre Arbeit aufgenommen.
Im ersten Halbjahr standen der strukturelle Aufbau, Bürgeranregungen und Netzwerkarbeit im Fokus.
Inhaltlich richtet sich das Teilhabemanagement auf den Alltag älterer Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen, insbesondere beim Zugang zu digitalen Angeboten wie dem städtischen Portal oder der Rufbus-Buchung per App.
Im April wurde das erste inklusive Lese-Café als barrierefreier Begegnungsort durchgeführt, begleitet vom Film „Honig im Kopf“ zum Thema Demenz.
Weitere Formate waren der Tag der Begegnung im Rosarium sowie das Bürgerkaffee „Smart im Dorf“ in Horla, das künftig als digitale Sprechstunde ausgeweitet wird.
Ab Juli startet eine systematische Bedarfsanalyse zur Barrierefreiheit im gesamten Stadtgebiet, wobei die Beteiligung der Bürger ausdrücklich gewünscht ist.
Am 19. Juni fand die Rosariumsbegegnung als Jahresempfang der Stadt statt.
Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Mitglieder des Stadtrates nutzten die Gelegenheit zum Austausch.
Besonders begrüßt wurden Ministerin Franziska Weidinger, Minister Jan Riedel und Vertreter der Partnerstadt Baunatal.
Höhepunkt war die Verleihung der Goldenen Rose an Horst Heine für sein jahrzehntelanges Engagement für die Feuerwehr und die Stadt.
Die Veranstaltung zeigte insgesamt eindrucksvoll die Bedeutung persönlicher Begegnungen für das städtische Miteinander.
Seit dem 30. Mai sind unsere Ortschaftsbäder in Grillenberg, Wippra und Wolfsberg in die neue Badesaison gestartet.
Während das Waldbad in Grillenberg von Montag bis Sonntag im Zeitraum von 10:00 – 19:00 Uhr geöffnet hat, laden die Bäder in Wippra und Wolfsberg derzeit unterhalb der Woche noch von
14:00 – 19:00 Uhr und am Wochenende von 11:00 – 19:00 zur Abkühlung ein.
Dies ändert sich mit der Ferienzeit, dann werden alle Bäder voraussichtlich gleichermaßen von Montag – Sonntag von
11:00 – 19:00 geöffnet sein.
Zu beachten ist, dass bei schlechtem Wetter eine vorzeitige Schließung der Bäder möglich ist.
Witterungsbedingt gab es einen verhaltenen Start, doch mit Beginn der Sommerhitze stiegen die Besucherzahlen deutlich.
Am vergangenen Wochenende, an dem wir Rekordwerte der sommerlichen Hitze miterleben konnten, waren die Bäder für überdurchschnittlich viele Besucher eine ersehnte Abkühlung.
Die Zufriedenheit der Badegäste, dass es noch die vereinsbetriebenen Freibäder in den Ortschaften der Stadt Sangerhausen gibt, war durchweg zu spüren.
Gestern, am 01.07.2026, wurde im Rahmen einer gut besuchten Festveranstaltung das 150-jährige Jubiläum der Stadtbibliothek Sangerhausen gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus Bürgerschaft, Politik und Kultur gewürdigt.
Die Bedeutung der Bibliothek als Ort der Bildung, Begegnung und Inspiration, über Generationen hinweg, konnte feierlich und angemessen hervorgehoben werden.
Dabei wurde besonders deutlich, dass die Bibliothek seit ihrer Gründung im Jahr 1876 den Zugang zu Wissen, Fantasie und neuen Perspektiven eröffnet.
Zugleich konnte ihre erfolgreiche Entwicklung von der klassischen Einrichtung hin zu einer modernen, auch digital aufgestellten Bibliothek betont werden.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle nochmals den Mitarbeiterinnen für ihr langjähriges und engagiertes Wirken, insbesondere in der Vorbereitung dieses Jubiläums.
Die Stadtbibliothek wurde als lebendiger Treffpunkt für die Stadtgesellschaft etabliert.
Auch die wachsende Bedeutung digitaler Angebote, insbesondere der Onleihe, wurde als wichtiger Beitrag zur Zukunftsfähigkeit hervorgehoben.
Das Jubiläum bot Anlass, die zentrale Rolle von Lesen und Bildung für eine lebendige Gemeinschaft zu unterstreichen.
Wichtiger denn je wird der Leseförderung auch in der Zukunft eine besondere Bedeutung zukommen. Die Bibliothek wird sich daher mit ausdauernder Hingabe der
Einführung unserer Jüngsten in den Kita-Gruppen und Schulen verschreiben und sich auch für die kommenden Jahre als unverzichtbarer Bestandteil des kulturellen Lebens in Sangerhausen manifestieren.
Über den im April durchgeführten Ideenworkshop zur Zukunft der Walkmühle habe ich Sie bereits informiert.
Die Veranstaltung hatte deutlich gezeigt, dass die Walkmühle weiterhin einen hohen Stellenwert für viele Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt besitzt.
Dabei wurden zahlreiche Ideen und Anregungen zur zukünftigen Nutzung des Areals gesammelt.
Im Anschluss wurden Einzelgespräche mit jenen geführt, die bereits konkretere Ideen bzw. Konzepte hatten. Aufbauend auf diese Gespräche und den Ergebnissen des Ideenworkshops
fand am 25. Juni ein weiterer öffentlicher Workshop unter dem Titel „Von der Idee zum Konzept“ statt.
Besonders erfreulich ist, dass sich im Rahmen dieses Workshops erste Mitstreiterinnen und Mitstreiter gefunden haben, die sich aktiv in den weiteren Prozess einbringen möchten.
Die Wiederbelebung der Walkmühle kann nur auf einer breiten bürgerschaftlichen Basis gelingen. Voraussetzung hierfür ist, dass sich Menschen finden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen
und die zukünftige Entwicklung des Areals aktiv mitgestalten.
Als nächster Schritt ist vorgesehen, Ende August beziehungsweise Anfang September die Interessierten zusammenzuführen, die sich eine aktive Mitwirkung vorstellen können. Gemeinsam soll eine geeignete Organisations- beziehungsweise Vereinsstruktur entwickelt werden, die die weitere Entwicklung der Walkmühle künftig eigenverantwortlich begleitet.
Die Stadtverwaltung wird diesen Prozess weiterhin unterstützend begleiten und als Partner zur Verfügung stehen.
Interessierte, die sich an diesem Prozess und an einer möglichen Vereinsgründung beteiligen möchten, können sich weiterhin beim
Referat Öffentlichkeitsarbeit, Anteils- und Stadtmanagement melden. (
Das städtische Strukturwandelvorhaben „Entwicklung einer Industriegroßfläche“ wird in der heutigen Ratssitzung mit dem anstehenden Beschluss zur öffentlichen Auslegung des
Bebauungsplanes einen weiteren Schritt Richtung Realisierung nehmen. Die Flächenentwicklung wird seitens Bund und Land mit Fördermitteln in Höhe von rund 44 Millionen Euro unterstützt,
der städtische Eigenanteil beträgt rund 4 Millionen Euro.
Der jetzt vorgelegte Angebotsbebauungsplan soll mit Ratsbeschluss der allgemeinen Öffentlichkeitsbeteiligung, der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Nachbargemeinden zugeführt werden,
welche standartmäßig über die Sommerpause abgehalten wird.
Die umfangreichen Unterlagen werden für die Dauer eines Monats über die Homepage der Stadt einsehbar sein sowie auch in den Räumlichkeiten des Fachdienstes Stadtplanung
im Rahmen der regulären Öffnungszeiten. Nach der Sommerpause wird dem Stadtrat der Abwägungsvorschlag zu den eingegangenen Stellungnahmen zur Beschlussfassung vorgelegt.
Gespannt erwarten Sie anzunehmend wahrscheinlich auch auf eine Standmitteilung zu unserer Umfahrung der Gonnabrücke an der Waisenmühle.
Mit einem gestrigen Termin ist eine Lösung als zusätzliche Bypass-Errichtung besprochen.
Ausstehend ist dazu die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Mansfeld-Südharz.
Diese wird aber positiv erwartet, so dass die Sperrung im August umgangen werden könnte.
Nach derzeitigem Stand sind Kosten von rd. 40.000 € zu erwarten, die die Stadt Sangerhausen allein tragen müsste, da sowohl die
Landesstraßenbaubehörde als auch der Landkreis Mansfeld-Südharz jegliche Mitfinanzierung ablehnt.
Sollte eine Eilentscheidung notwendig werden, beabsichtige ich diese im Sinne der Bürgerschaft zu treffen.
Ich komme nunmehr zu einem Zwischenbericht zum Stand der Umbaumaßnahmen im Hortbereich der Grundschule „Am Rosarium“, die im Zuge der Umsetzung des Ganztagsförderungsgesetzes des Landes anstehen.
In der Vorbereitung der Ausführung des Projektes waren die Planungen anzupassen. Im Ergebnis dessen entfällt der zweite Rettungsweg zugunsten einer Rauchschutzdruckanlage.
Gleichzeitig zeigen sich Kostensteigerungen, sodass weitere Inhalte angepasst werden müssen. Besonders relevant ist die vollständige Barrierefreiheit, da Räume in mehreren Etagen genutzt werden.
Da im Objekt kein Aufzug vorhanden ist, wurde ein Außenaufzug als beste Lösung erörtert und zur Umsetzung entschieden.
Dieser ermöglicht barrierefreien Zugang vom Keller bis zum 2. Obergeschoss. Die insgesamt entstehenden Mehrkosten von rund 180.000 Euro werden mit 113.000 Euro durch den
Landkreis Mansfeld-Südharz gefördert. Baubeginn ist April 2027, Abschluss Ende 2027.
Bereits in den Herbstferien 2026 beginnen die Bauarbeiten der Einzelmaßnahme Sanierung WC-Hort im Erdgeschoss sowie die Maßnahme 2 - Akustikdecken Horträume im Erdgeschoss - und den Speiseräumen
im Untergeschoss. Stand jetzt - werden diese beide Einzelmaßnahmen bis März 2027 abgeschlossen sein.
Bereits eingeleitet ist die Beschaffung von neuer Bestuhlung in den Speiseräumen, zusätzlicher Ausstattung in den Gruppenräumen sowie ein Außenspielgerät und Sitzmöglichkeiten
für den Außenbereich, was zum Ende des Jahres 2026 abgeschlossen sein wird.
Mein nächster baulicher Ausblick gilt dem Förderprogramm „Öffizienz“.
Die Verwaltung konnte am 02.06.2026 die Fördermittelzusage für die Kindertagesstätte Riestedt erhalten und wird am 15.07.2026 in der
Einrichtung durch den Energieminister Willingmann den Förderbescheid presseöffentlich erhalten.
Der Antrag dazu wurde am 26.01.2026 durch die Stadtverwaltung bei der Investitionsbank eingereicht und beinhaltet die energetische Sanierung von Fassade und Fenster sowie die Trockenlegung der Kelleraußenwände.
Die Kosten belaufen sich insgesamt auf fast 366.000 Euro, bei 90-prozentiger Förderung (329.319,44 €).
Die bauliche Umsetzung soll bis Ende 2027 erfolgen, Bauleistungen werden im öffentlichen Vergabeverfahren ausgeschrieben.
Die auch vorgesehene Sanierung des Daches erfolgt noch im Jahr 2026 im Rahmen des Sondervermögens Bund.
Auch erfolgreich anmelden konnten wir die Kindertagesstätte in Wippra.
Gemeinsam mit der zuvor berichteten Maßnahme liegt die Fördermittelzusage, nach Antragstellung im Januar, bei der Investitionsbank vor.
Der Fördermittelantrag beinhaltet ebenfalls die energetische Sanierung der Fassade und die Trockenlegung der Erdgeschossaußenwände. Die Kosten liegen hier bei insgesamt 225.140,54 Euro, bei gleicher Förderquote von 90 % (202.626,48 €). Das öffentlichen Vergabeverfahren wird auch hier umgesetzt und in der baulichen Umsetzung bis Ende 2027 vorbereitet.
Ebenfalls auf dem Laufenden halten möchte ich Sie zu den Mitteln des Sondervermögens und den hier in Umsetzung befindlichen Maßnahmen.
In der Ratssitzung April hatte ich bereits über die Dachsanierung in der Kita Rotha berichtet. Der Termin zur Fertigstellung im Mai wurde eingehalten. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 40.136,59 Euro.
Die komplette Erneuerung der elektrischen Anlage durch die regionale Firma Elektrotechnik Rätzke erfolgt für 24.600 Euro über die Sommermonate. Die Erneuerung der Heizungsanlage folgt.
Die geschätzten Kosten sind hier mit ca. 24.000 Euro beziffert. Beide Baumaßnahmen werden durch Mittel aus dem Sondervermögen Bund – Kommunalarm finanziert.
Weitere Mittel des Sondervermögens finden Einsatz in der Kita Löwenzahn.
Geplant ist eine umfangreiche Sanierung der Böden und die Erneuerung der Akkustikdecken in allen Gruppenräumen. Aus dem Sondervermögen Bund - Kommunalarm stehen aktuell 115.000 € zur Verfügung.
Ziel ist es damit möglichst alle Gruppenräume sowie einen Großteil der Allgemeinbereiche realisieren zu können. Die bauliche Umsetzung soll bis Ende 2027 erfolgen,
Bauleistungen werden im öffentlichen Vergabeverfahren ausgeschrieben.
Im Ortsteil Oberröblingen erfolgt mit der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED mit 214 Leuchten für rund 118.000 Euro eine energetische Sanierung mit dem Ziel der Reduzierung des Stromverbrauchs.
Zudem werden Gehweg und Beleuchtung in der Grünen Gasse erneuert. Die Maßnahme wird mit circa 85.000 Euro geführt.
Ebenfalls in Oberröblingen wird die noch durch erhebliche Spurrillen beeinträchtigte Fahrbahnseite der Straße „Am Mittelfeld“ teilweise erneuert, um Verkehrssicherheit und Nutzbarkeit wieder zu verbessern.
Hier haben wir einen Mitteleinsatz von circa 103.000 Euro geplant.
In Wippra erfolgt eine Fahrbahnsanierung in der Straße „Bornholz“ Die Asphaltbefestigung von ca. 300m² wird mit einem Volumen von 103.441,63 Euro erfolgen.
Für die Hauptstraße in Morungen und Teile der Kernstadt in der Karl-Liebknecht-Straße sowie der Alban-Hess-Straße sind Oberflächenbehandlungen zur Substanzerhaltung für circa 488.000 Euro in der Umsetzung angearbeitet.
Die Umsetzung aller Maßnahmen ist zwischen Juli und November 2026 vorgesehen.
Damit schließe ich den Bauberichtsteil und wende mich den Finanzmitteln zu.
Die aktuelle Inanspruchnahme des Liquiditätskredites mit Kontoauszug vom 29.06.2026 liegt bei 5,37 Millionen Euro.
Gemäß Fortschreibung der Liquiditätsplanung war der Monat Juni 2026 mit einer Inanspruchnahme von ca. 8 Millionen Euro ausgewiesen.
Im Rahmen der Fortschreibung der Liquiditätsplanung fällt nunmehr die endgültige Festsetzung der Kreisumlage für das Haushaltsjahr 2026 ins Gewicht.
Bei 40 % auf Zahlung von 12,7 Millionen Euro gerundet, hat dies natürlich erhebliche Auswirkungen wiederum auf die Liquiditätsplanung der Stadt Sangerhausen.
Monatlich mussten bisher, unter Verweis auf die vorläufige Festsetzung der Kreisumlage in Höhe des Hebesatzes von 2025, 811.000 Euro aufgebracht werden.
Nunmehr beträgt die monatliche Rate per Festsetzung 1.060.000 Euro.
Mit dem Festsetzungsbescheid selbst hat der Landkreis Mansfeld-Südharz keine Ausführungen zur der sich daraus ergebenen Nachzahlung für das 1. Halbjahr in Höhe von ca. 1,4 Millionen Euro getätigt.
Daher hat die Stadt Sangerhausen den Landkreis Mansfeld-Südharz gebeten, diese Nachzahlung liquiditätssichernd in das 4. Quartal zu schieben.
Mit Schreiben vom 26.06.2026 hat der Landkreis Mansfeld-Südharz allerdings diesen Antrag abgelehnt und für die laufende Woche einen Zahlungsplan bezüglich der aufgelaufenen
Differenzen angekündigt, welche in den Monaten Juli 2026 und August 2026 anfallen sollten.
Das Schreiben bleibt abzuwarten, da dies Auswirkungen auf die aktuelle Fortschreibung der Liquiditätsplanung haben wird.
Strategisches Ziel bleibt für die Verwaltung grundsätzlich die Liquiditätssicherung zu gewährleisten, um nunmehr parallel Kraft in die Aufstellung des Haushaltes 2027 zu stecken.
Der Landkreis Mansfeld-Südharz hatte im Austausch angedeutet, im Rahmen der Ausübung pflichtgemäßen Ermessens eine Überschreitung des Liquiditätskredites für einen bestimmten Zeitraum zu tolerieren,
welcher dann mit dem künftigen Haushalt auszugleichen ist.
Mein Ausblick auf die Besuche in den Ortschaften und die anstehenden Bürgersprechstunden runden wie gewohnt meinen heutigen Bericht ab:
Sie finden mich
am 18.08.26 in Wolfsberg für den Bereich Harzpforte und
am 27.08.26 in Oberröblingen
womit ich am Schluss meines heutigen Berichtes angekommen bin und Ihnen nach der Sitzung eine angenehme Sommerpause wünsche und freue mich auf Sie in der nächsten Stadtratssitzung am 10. September.
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